Kindle & Steve Jobs

Die Steve Jobs-Biographie ist das erste Buch, das ich auf meinem neuen Kindle (kein Affiliate-Link!) gelesen habe. Zum Kindle wurde eigentlich schon alles gesagt – das Display ist beeindruckend, Bücher sind in fünf Sekunden geladen, alles sehr schön und gut.

Ich habe den ganz normalen Kindle (Kindle 4) gekauft: den alten mit Tastatur wollte ich nicht, weil man das Gerät 99% der Zeit nur zum Lesen benutzt und eine Tastatur so viel Platz wegnimmt. Außerdem kann man Bücher bequem am Computer kaufen und an den Kindle schicken. Das touch-Modell wollte ich nicht, weil es keine Blättertasten hat, man also immer aufs Display tippen muss, um umzublättern, und weil es langsamer und schwerer als der Kindle 4 ist. 99 Euro sind okay, dafür bekommt man ein flottes, leichtes Gerät, das sich ein wenig billig anfühlt. Nervig ist nur der winzige Aufwach-Schalter an der Unterseite.

Die Jobs-Biographie habe ich auf Englisch gelesen, fand sie durchweg interessant und weiß jetzt auf jeden Fall mehr über Jobs und Apple als vor zwei Wochen. Am Ende war ich beeindruckt. Was ich sonst noch schreiben kann würde dem Buch und dem Mann nicht gerecht werden, also belasse ich es bei einer Empfehlung. Und diesem Zitat hier, das mir sehr gut gefiel und so sehr auf Apples Strategien zutrifft:

Some people say, “Give the customers what they want.” But that’s not my approach. Our job is to figure out what they want before they do. I think Henry Ford once said, ‘If I’d asked customers what they wanted, they would have told me, “A faster horse.”’ People don’t know what they want until you show it to them.

(Oh, außerdem gibt es hier jetzt auch in Textposts breitere Bilder. Die lade ich nicht auf Tumblr, sondern auf meinem eigenen Server hoch, bis Tumblr das irgendwann selbst erlaubt. Not that anyone cares.)

Keine Kommentare

Um meinem Ruf als allgemeiner Meckerblogmensch gerecht zu werden, erkläre ich euch jetzt kurz, warum es hier keine Kommentarfunktion gibt und vermutlich auch nie mehr geben wird. Dazu muss ich aber erst darauf eingehen, was bei großen und mittelgroßen Blogs mit Kommentarfunktion passiert.

Bei Blogs mit großen Leserzahlen kann ich es sowohl verstehen, dass Kommentare ein- und ausgeschaltet sind. Bei eingeschalteten Kommentaren sammeln sich zwar riesige Mengen Scheiß, aber wenn auf zehn (oder zwanzig) dämliche Kommentare ein wirklich guter, durchdachter Kommentar folgt, der sowohl den Blogbesuchern als auch dem Autor weiterhilft, dann lohnt sich das. Andererseits ist es auch eine nervige Arbeit, die vielen Mistkommentare auszusortieren und/oder zu beantworten. Aber wenn große Blogleute ihre Kommentare abschalten, werden sie angepöbelt, weil sie den Lesern angeblich ihr Recht nehmen, sich zu äußern. Ein Recht auf eine Kommentarfunktion hat jedoch niemand – erst Recht nicht, wenn mein Name über meinem Blog steht und nicht »Max Friedrich und was seine Leser von ihm halten«.

Bei kleinen Blogs führt die Kommentarfunktion für mich nur dazu, dass ich mich schlecht fühle. Wenn unter einem schönen Artikel keine Kommentare stehen, möchte ich dem Autor eigentlich einen Gefallen tun und selbst etwas schreiben. Mit »Schöner Artikel!« bin ich aber meistens nicht zufrieden, oft gibt es aber nicht mehr zu sagen und dann kommentiere ich doch nicht. Ich möchte auch keinen Like-Button anklicken, weil ich viele Sachen nicht zu Facebook schieben möchte und es die Leute dort zum Großteil nicht interessiert. Manchmal schreibe ich per Twitter-Reply, dass mir etwas gefällt, fühle mich dann aber auch wieder schlecht, weil die Autoren lieber Kommentare haben möchten und mir dann »Wenn es dir gefällt, schreib doch einen Kommentar!« antworten.

Mehr als »Gut geschrieben!«, »Die Bluse hab ich auch!« und »Harhar.« kommentiert in euren Blogs nämlich auch kaum jemand. Habt ihr davon einen Mehrwert? Wenn euch hier etwas gefällt, schreibt mir das bei Twitter oder per E-Mail oder lasst es einfach sein. Ich freue mich durchaus über Lob, aber ich lebe nicht davon. Und auf meinem Blog muss sich niemand schlecht fühlen.

Update: Im Artikel ging ich bisher gar nicht auf die Tumblr-Like-Funktion ein. Auf diesen Like-Button klicke ich regelmäßig und gerne – diese Likes tauchen weder bei Facebook noch auf der Tumblr-Startseite auf, sondern werden nur dem Autor mitgeteilt und finden sich, sofern dieser Tumblr-Notes einbindet, dann auch auf der Artikelseite. Dom hat seit gestern auf seinem WordPress-Blog eine ähnliche Like-Funktion. Die klicke ich auch gerne an. Stille Likes sind offensichtlich in den meisten Fällen die Lösung des Problems, das ich mit Blogkommentaren habe. Ihr dürft mich gerne tumblr-liken, darüber freue ich mich auf jeden Fall!

Re: Theaternyxie, oder: Eine kleine Geschichte vom Klaviermax.

Es ist dieser Kick, der einen kurz vor dem Öffnen des Vorhangs ereilt, das Atemlose und dann die vollständige Leere im Kopf, beim Spielen. Man denkt nicht, fremde Worte sprudeln nach monatelangem Proben heraus. Es gibt keine Zeit, wenn man für diese Abende in der Rolle aufgeht. Vorhang auf, es folgt ein Rausch, dann Applaus und Euphorie.

Marlen schreibt mit sehr schönen Worten, wie sie die Bühne aus der Position einer Schauspielerin erlebt. Und damit dieser Blog auf einen Schlag wieder 70% persönlicher wird, erzähle ich euch jetzt von meinem Verhältnis zur Bühne.

Ich mache nämlich Musiksachen: elf Jahre Klavierunterricht, Gitarre mehr oder weniger selbst beigebracht, Bass kann man dann auch, ein wenig Schlagzeug und Videos mit meinem Bruder. Wenn man Klavierunterricht hat, muss man einmal im Jahr beim Schülerkonzert vorspielen. Und das war nicht immer schön für mich: zwar bot das Schülerkonzert jedes Jahr schon Monate vorher neuen Anreiz zum Üben, weil man sich auf keinen Fall blamieren wollte, trotzdem war es mir vor allem in den ersten Lernjahren sogar mit guter Vorbereitung immer unangenehm, mich vor das Publikum zu setzen und vorzuspielen. Unangenehm waren mir aber nur Klaviervorspiele: bei Auftritten mit Bands war ich eben nur Teil des Ganzen und war mit meiner Rolle meist unterfordert, sodass ich mechanisch vor mich hin spielen konnte.

Das hässliche, unangenehme Gefühl beim Warten auf den eigenen Klavierauftritt blieb, wenn auch in abgeschwächter Form, bis zu meinem letzten Schülerkonzert bestehen. Ich sollte als letzter Schüler spielen, musste also mehr als eine Stunde warten, bevor ich dran war. Aber bei diesem letzten Konzert merkte ich mehr als je zuvor, dass ich auf dem Klavierhocker nicht mehr bewusst das Geübte abspielte, sondern ganz in das Stück eintauchte. Nun ja, nach fünf Sekunden vergriff ich mich zum ersten Mal, und zwar nicht an der Stelle, mit der ich monatelang kämpfte, sondern drei Töne später. Dass überall um mich herum Leute saßen, die zusahen, merkte ich plötzlich auch nicht mehr. Zum ersten Mal war ich beim Auftritt glücklich und im Applaus danach (die eigentliche Spielzeit kam mir etwa 20 Sekunden lang vor) gar nicht erleichtert, sondern völlig neutral gestimmt. Keine Euphorie also.

Und trotz allem vermisse ich den Klavierunterricht und die Vorspiele höchstens ein kleines bisschen. Der Stress vorher war immer größer als die Freude währenddessen und danach — ich habe das Klavierspielen nicht dafür gelernt, gefeiert zu werden, sondern weil ich es ganz persönlich mag und für eine tolle Fähigkeit halte. Von den klassischen Stücken, die ich so angestrengt übte, ist inzwischen nur noch wenig übrig, meine Finger fühlen sich ein wenig unbeweglicher an, aber das Gehör, das ich jahrelang trainiert habe, bleibt. Wenn ich Radio höre und mir langweilig ist, kenne ich plötzlich die Harmonien und könnte auf einem Klavier mitspielen. Und das finde ich supercool, egal ob mir das im Alltag irgendetwas bringt oder ob ich mich damit selbst nur nerve.

Bonus für alle, die bis hierhin durchgehalten haben, und mir verzeihen, dass es hier gar nicht um Theater geht: mein letzter Klavierauftritt, eine Brahms-Rhapsodie in g-moll, mit besagtem ekligen Fehler bei 5 Sekunden. Trotzdem bin ich superzufrieden damit.

Probleme, die eigentlich nicht schlimm scheinen, aber wirklich nicht zu lösen sind und mich deshalb doch sehr stören.

Das ist ein iPhone, das gerade ein Video mit einem Babyäffchen abspielt. Jemand hat auf den Bildschirm getippt, sodass die Kontrollelemente angezeigt werden. Vielleicht möchte man jetzt die Lautstärke ändern. Wenn man das nicht mit dem Finger auf dem Lautstärkeregler, der auf dem Bildschirm angezeigt wird, tut, sondern mit den Hardware-Lautstärketasten direkt darunter, dann gibt es ein Problem. Drückt man auf die linke Taste, wird die Lautstärke erhöht und der Regler auf dem Bildschirm bewegt sich nach rechts; Mit der rechten Taste bewegt sich der Regler nach links. Ärgerlich!

Ich achte also penibel darauf, dass ich mein Handy für Videos und Spiele so halte, dass der Home-Button links und die Lautstärketasten oben sind. Bisher hat mich niemand ernst genommen, dem ich dieses Problem erklären wollte. Außerdem ist es unlösbar. Die Lautstärketasten können nämlich nicht ausrichtungsabhängig funktionieren, weil Hardware “stärker” als Software bleiben muss. Versteht mich irgendjemand?