Max Friedrich

– that cool internet dude from Hamburg, Germany

Mein Problem mit Sofortnachrichten

Ich benutze im Moment sieben verschiedene Kommunikationswege und Dienste, um im Netz Nachrichten zu verschicken und empfangen. Das ist kein guter Zustand. Sieben sind zu viele. Aber keiner davon ist so gut, dass er andere ersetzen könnte, oder so schlecht und unwichtig, dass man ihn nicht mehr ertragen möchte und gerechtfertigt weglassen kann.

E-Mails sind eigentlich schön. Auf dem Mac habe ich immer Sparrow offen, auf dem iPhone läuft der eingebaute Mailclient. Für neue Mails kann man Töne aktivieren und dank GMail/IMAP muss ich Mails nicht mehrmals als gelesen markieren. Aber E-Mails bekomme ich eben nicht nur von Freunden und Bekannten, mit denen ich kommunizieren will. In meinem Posteingang sind auch Newsletter, Benachrichtigungen aus sozialen Netzwerken, irgendwelche Leute, die mir Linktauscherei anbieten und auch viel Werbung. Aber das viel größere Problem ist, dass Jugendliche ihre E-Mails meistens nur alle paar Tage anschauen oder das sogar wochenlang vergessen. Mehreren Leuten gleichzeitig eine Mail schicken, um etwas zu planen? Klappt nicht, weil immer irgendjemand nichts davon mitbekommt. Und mit einem anderen Medium alle nochmal darauf hinweisen, dass da irgendwo eine E-Mail gelesen werden will? Nay.

Natürlich zählen E-Mails nicht wirklich zu den Sofortnachrichten, sondern sind (zum Glück!) ein asynchrones Medium. Mit Push-Benachrichtigungen können E-Mails aber annähernd sofort sein, weshalb ich sie hier überhaupt aufzähle.

Skype läuft bei mir auch ständig auf dem Mac und ist schon eine große Verbesserung, denn vor einem Jahr benutzte ich noch Adium mit verschiedenen MSN- und ICQ-Accounts, deren Passwörter ich alle wissen musste. Auf dem iPhone möchte ich Skype nicht haben, weil für jede Nachricht, auch wenn ich sie am Computer direkt lese, eine Benachrichtigung ans Handy geschickt wird. Aber natürlich will ich, falls ich irgendwann einmal unterwegs online sein möchte, keine Nachricht verpassen. Warum ist das so? Kann Skype nicht vor Abschicken der Push-Benachrichtigung einfach kurz nachschauen, ob man in den letzten zwei Minuten etwas in der Skype-App am Computer getan hat? Nur am Mac installiert ist Skype zwar nett für ein bisschen Chatkram ab und zu, mehr aber auch nicht. Dazu kommt wieder das Problem, dass mein Echtes-Leben-Freundeskreis kaum Skype nutzt. Für Twitterleute möchte ich Skype trotzdem haben.

iMessage könnte so perfekt sein, wenn man in einem Apple-Werbespot leben würde. SMS-artige Nachrichten, Bilder, Videos und Orte von iPhone zu iPhone und seit neuestem auch auf den Mac, ich mag es sehr und nutze es gerne. Benachrichtigungsmäßig etwas schöner als Skype, weil immerhin für iMessages, die man bekommt, während die Mac-App offen ist, das Handy keinen Ton abspielt. Gelesene Nachrichten sind dann am Handy auch direkt gelesen. Trotzdem ist das nicht perfekt, weil das Handy ja doch meistens neben mir liegt, wenn ich am Mac sitze, und dann manchmal trotzdem abgehackt vibriert, wenn ich das Handy die “Das hat er schon gelesen!”-Mitteilung erst bekommt, wenn es schon angefangen hat, Töne zu machen. Aber was mache ich mit den ganzen Leuten (allen voran meine Freundin), die keine iPhones haben?

Das Problem mit WhatsApp ist schlicht, dass ich Nachrichten nur aufs Handy bekomme und nicht auf den Mac. Warum sollte ich, wenn ich am Computer sitze und eine Nachricht bekomme, die über das Internet auf meinem Handy ankam, nicht vom Computer aus antworten können? Das ergibt keinen Sinn. Das stört mich total. Ich möchte nicht auf meinem Handy tippen, wenn ich eine viel tollere Tastatur unter meinen Fingern habe. Ich sehe es einfach nicht ein. Aber meine Freundin und etwa vier andere Menschen, darunter Insa (man sollte Insa regelmäßig lobend erwähnen, weil sie lieb ist), schreiben mir regelmäßig bei WhatsApp, also kann ich es auch nicht einfach weglassen oder ignorieren.

Facebook-Nachrichten versuchen, das ganze Nachrichtenchaos zu lösen, indem sie Chat, Nachrichten, E-Mails (jeder bekommt eine @facebook.com-Adresse) und SMS (funktioniert nur bei O2-Kunden, soweit ich weiß) vereinen – und ich benutze sie trotzdem nur sehr ungern. Das liegt daran, dass Facebook dieses riesige, aufgeblasene Teil ist, mit dem ich ganz ähnliche Probleme wie Marcel habe. Jeder ist bei Facebook angemeldet, das ist auch okay. Und weil ich den Facebook-Messenger auf meinem Handy installiert habe, muss ich nicht immer den ganzen Quatsch lesen, den meine Freunde posten. Aber auf dem Mac muss dann doch meistens Facebook mit seinem ganzen uninteressanten Inhalt offen sein, um keine Nachricht zu verpassen. Facebook-Messenger für den Mac? Gibt es nicht. Benachrichtigungen oder einen anderen benutzbaren Client? Nein. Für Windows gibt es das hier, es sieht aber unglaublich hässlich aus und ich würde es nicht benutzen wollen. Und trotzdem kommen Facebook-Nachrichten einem “perfekten” System näher als alle anderen, über die ich mich hier beschwere.

Twitter-DMs benutzt man eben auch, wenn man Twitter benutzt. Die Nachrichten müssen kurz sein, damit komme ich klar. Aus meinem Freundeskreis haben sogar ausreichend viele Leute Twitter. Das Problem ist jedoch, dass “alte” Nachrichten in viel zu kurzen Zeitabständen immer wieder gelöscht werden, und das System sich deshalb bloß für superkurzlebige Absprachen und zum E-Mail-Adressen oder Skypenamen austauschen eignet. Schade! Außerdem muss ich DMs auf dem Mac, auf dem iPhone und im Twitter-Webinterface überall separat als gelesen markieren. Das tut mir weh.

Und zuletzt, noch viel ungerner als alle anderen, SMS für alle, die weder iMessage, noch WhatsApp, noch mobiles Internet haben. SMS sind zu teuer und gehen auch nur ans Handy. Letztes Jahrhundert.

Und das sind sieben Stück. Außer E-Mails, die ja gar nicht wirklich zu dieser Liste dazugehören, und iMessage, scheitert kein anderes Medium für mich an den fehlenden Nutzern. Facebook hätte die besten Voraussetzungen, nervt mich aber mit alten Fotos, die dann am Rand auftauchen, und natürlich mit den Inhalten meiner Freunde. Facebook-Nachrichten ohne Facebook, das hätte ich gerne. Und die anderen Systeme sind einfach von sich aus schlecht oder nervig.

Ich bin unzufrieden.

1 year ago

Mittelgroßes Redesign

Weil mich die zwei Spalten doch irgendwann ziemlich genervt haben und weil sogenannte Top-Bars seit gestern als hässlich gelten. Nun ja. Damit habe ich ganz nebenbei die Tags kaputtgemacht und maxfriedrich.de wird weiterhin eher Ergänzung meines Twitter-Accounts als großartiger Blog sein. Das ist okay, oder?

1 year ago

Manchmal seid ihr ein bisschen bescheuert.

– zum Beispiel dann, wenn ihr an irgendwelchen Retweet-Gewinnspielen teilnehmt, um mein altes, gar nicht so schönes Handy zu gewinnen. 65 Teilnehmer gab es und gewonnen hat der Mensch mit dem Twitternamen @ffffck. Vier mal f, richtig? Gut. Und wenn der Mensch mit diesem Namen mein altes Handy aus irgendwelchen Gründen doch nicht haben will, werde ich es versuchen, dem Zweitplatzierten zu schenken. Und dann dem Drittplatzierten. Und wenn die ersten zehn es nicht haben wollen, dann verschenke ich es auf der Straße. Jetzt mal ehrlich, warum will überhaupt jemand dieses Handy haben?

Ich schicke das Handy dann jedenfalls gratis nach Deutschland, zusammen mit einem funktionierenden Netzteil und einem sehr wenig benutzten Headset.

Update: @danjel, der Zweitplatzierte, wollte mein Handy sowieso immer schon haben und hat es tatsächlich angenommen. Yay!

Update 2: Jetzt gibt es sogar ein Video über die ganze Geschichte.

1 year ago

So sehe ich übrigens in Winterstrandkleidung (LOL) aus, wenn ich was erzähle und der Wind Unsinn mit meiner Frisur macht.

So sehe ich übrigens in Winterstrandkleidung (LOL) aus, wenn ich was erzähle und der Wind Unsinn mit meiner Frisur macht.

1 year ago

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